Sonntag, 23. Dezember 2012

Still alive

Mein letzter Blogeintrag ist nun ungefähr ein halbes Jahr her. Es ist viel passiert, auch ne Menge Scheiße, aber ich bin noch in meiner Wohngruppe - gerade so. Ich hab einen weiteren Klinikaufenthalt hinter mir und konnte dem 4. nur knapp entgehen. Ob's mir jetzt besser geht?
Ich weiß nicht.
Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Fakt ist; ich mag mein neues Zuhause, schneide mich seltener und bin offner geworden. Ich hab meine Lebenslust wieder, auch wenn's an manchen Tagen nicht danach aussieht.
Doch die Stimmen in meinem Kopf ... ich kann sie nicht abschalten. Die Diskussionen, Vorwürfe, Beleidigungen, Befehle und und und ... machen mich fertig. Täglich versuche ich all das zu ignorieren. Doch sie sind ein Teil von mir.
Im Moment versuche ich so normal wie nur möglich zu leben. Ich verdränge all das was war und klammere mich an die Zukunft, an meine Freunde und leider auch an Personen die mir weh getan haben und es immer wieder tun werden ...
In den letzten Monaten hab ich zugenommen. Einerseits natürlich um die WG nicht verlassen zu müssen, aber ganz ehrlich, mir fehlt die Kraft um mich wieder verhungern zu lassen. Ich versuche mein Gewicht zu halten, auch wenn dies bedeutet, dass ich mir mindestens einmal am Tag den Finger in den Hals stecke. Ich fresse, weine, trinke Salzwasser oder Essig und bin erst wieder bei mir wenn es raus ist und meine Kehle brennt. Es ist absolut eklig, ich hasse es wie die Pest aber trotzdem muss ich es machen.
Ich weiß nicht ob es beruhigend oder eher angsteinflössend ist, dass ich immer besser darin werde meine Umgebung zu täuschen. Egal was ich mache, irgendwer wird sich immer um mich sorgen und genau das will ich nicht. Ich hab keine Aufmerksamkeit verdient und bin an der ganzen Scheiße selbst Schuld. Wer zwingt mich denn mich selbst zu zerstören?
Genau. Ich selbst. Denn der Hass wird immer größer und frisst mich auf, gleichzeitig verhungere ich seelisch und nichts stillt die Sehnsucht. Ich weiß nicht mal was ich brauche.
Mein Schauspielkünste werden zugleich auch immer besser, ich bin nun arrogant anstatt zu zeigen wie leicht man mich verletzen kann. Ich tu' so als wär mir alles egal, während ich innerlich schreie und weine.
Auf diese Weise lässt es sich leben und wenn dies zur Zeit mein Weg ist werde ich ihn gehen.
Bis die Brücke zerbricht.

Bild: Letzter Zwischenfall an einem Montag, am nächsten Tag bin ich ganz normal zur Schule gegangen, auch wenn ich ausgesehen habe wie der Tod höchstpersönlich.

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